Pasties

Weniger ist mehr, so lautet wohl auch das Motto der Pasties (Singular: Pastie, üblicherweise im Plural gebraucht). Sie bezeichnen kleine Pailletten oder Stoffstücke, die zur Bedeckung der weiblichen Brustwarzen oder des Intimbereichs verwendet werden. Pasties bedecken sogar noch weniger Haut wie der Microkini.

Ziel des Tragens der Pasties ist ganz klar die Auslebung der eignen Nacktheit, wobei gleichzeitig ein Mindestmaß an Bekleidung bestehen bleibt. Gründe für dieses Mindestmaß an Bekleidung sind meist vielfältig. Tatsächlich kann man diese aber in den meisten Fällen auf zwei Aspekte zurückführen. Zum einem bleibt der erotischen Reiz der Verhüllung erhalten und die Phantasien des Betrachters wird/soll angeregt werden. Dies geschieht vorwiegend im Rahmen von Burlesque, Varieté oder auf Partys.

Der zweite Grund besteht in der rechtlichen Situation in den meisten Ländern. So ist die öffentliche Nacktheit in vielen Ländern gesetzlich eingeschränkt oder verboten. Mit Pasties ist man so gut wie nackt, befindet sich aber dennoch noch im rechtlichen Rahmen. So beschäftigten Pasties schon das ein oder andere Gericht. In Amerika beispielsweise wurde im Jahr 2007 ein Grundsatzurteil vom Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten gefällt, dass das Tragen von Pasties in einem öffentlichen Klub mit der Verfassung vereinbar und damit rechtmäßig sei, vollständige Nacktheit jedoch verboten werden kann.


Geschichte der Pasties


Aufgetaucht sind Pasties in den frühen 20er Jahren, als das freie Entblößung des Oberkörpers von der Zensur attackiert wurde. So schrieben beispielsweise komplexe Regeln in Pariser Tanzlokalen wie dem Ledo, Follies Bergage oder dem Folichon vor, wann Pasties getragen werden mussten. Auch in dieser Zeit sah man Pasties in europäischen Kinos, wobei nicht genau bekannt ist, ob die Pasties zur Steigerung der Erotik oder zum Zweck der Verhüllung dienten.
Im Bereich der Schwimm-Mode spielten Pasties lange Zeit keine große Rolle. Auch eine Werbung im „Life Magazine“ konnte den Pasties in diesem Bereich nicht zum Durchbruch verhelfen.
Tri Kini
In den 60er Jahren fand man Pasties in abgewandelter Form als Tri-kini wieder, wie eine Anzeige in Harper's Bazaar im Jahre 1968 dokumentiert. Die Pasties, wenn man sie denn noch so nennen möchte, bedeckten beim Tri-kini die ganze Brust, nicht wie heute nur die Brustwarzen.

Die späten 80er Jahren ließen dann auch wieder die Pasties erscheinen. So sah man sie beispielsweise während des Spring Breaks in Fort Lauderdale.
Ein Verkäufer äußerte sich damals zu den Pasties folgendermaßen: „Ok, wirklich niemand trägt sie am Strand, aber man kann sie dafür an den Hotel Pools, draußen auf dem Boot und so weiter tragen.“

Auch heute werden Pasties nur sehr selten öffentlich getragen. Vereinzelt sieht man sie an Stränden, in Tanzlokalen oder aber auch während des Karnevals in Rio.