Kelly Bag

Die Kelly Bag ist zweifelsohne einer der angesagtesten It-Bags überhaupt. Wer eine Kelly Bag am Arm hat, hat es geschafft. Neben der Namensgeberin Grace Kelly besitzen auch Stars wie Hollywoodlady Sharon Stone bis zu Rockergattin Sharon Osbourne eine Kelly Bag.

Schon in den 30er Jahren kreierte Robert Dumas (Schwiegersohn von Émile-Maurice Hermès) die Kelly Bag, damals aber noch unter dem Namen "petit sac haut à courroies" (die "kleine Tasche mit Trageriemen"). Das aus dieser „kleinen Damentasche“ bald eine ganz große werden sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner wissen. Das erste Modell sah schlicht aus und hatte kein Schnickschnack und überflüssige Details.

Die Kelly Bag war lange ein Ladenhüter. Kein Zierschmuck, keine Details ... die Tasche lud nicht gerade dazu ein, sie offen und stolz vorzuzeigen.

Doch dann der explosionsartige Erfolg. Die „Life“ veröffentlichte ein Foto im Jahre 1956, auf dem die Fürstin von Monaco, Grace Kelly, die Rundungen ihrer Schwangerschaft mithilfe einer Hermès Tasche zu verbergen versuchte. Und diese Tasche war die Kelly Bag, die nun zu ihrem Namen kam. Offiziell erhielt sie den Namen aber erst 21 Jahre später.
Grace Kelly bekam die Tasche von Fürst Rainier von Monaco zur Verlobung geschenkt. Sie war in diese Tasche richtig vernarrt und besaß eine Vielzahl an unterschiedlichen Varianten von ihr. In den Jahren 1955 und 1956 hatte sie fast immer eine „Kelly Bag“ dabei.

Und auch heute noch gibt es die Kelly Bag in viele unterschiedlichen Variationen. So sind alleine 8 Größen verfügbar, von Kelly 50 (50 cm) bis zur Kelly Mini-mini (15 cm). Dazu gibt es 20 unterschiedliche Materialien (Krokodil, Python, Strauß, Eidechse...) und viele verschiedenen Farben. Insgesamt sollen so mehr als 200 Kelly Bag Kombinationen möglich sein. Wem das immer noch nicht genug ist, der kann auch Sondermodelle bei den Hermès Ateliers bestellen.

Neben der klassischen Kelly Bag gibt es auch noch ein paar andere Taschen, die von der beliebten Tasche abstammen. So wurde 1995 die Kelly Ado (Kelly + Ado (von adolescent) = umgangssprachlich für "Jugendlicher" im Französischen) entworfen, um den Bedürfnissen und Gewohnheiten einer jüngeren Kundschaft entgegenzukommen. Neben der Kelly Ado existiert auch die Shoulder Kelly, die erst im Jahr 2004 von Jean-Paul Gaultie neu entworfen wurde. Die letzte Variation der Kelly Bag sag man im Frühjahr/Sommer 2007, bei der auf der Prêt-à-Porter Modeschau die Kelly Flat vorgestellt wurde.

Wie auf ihre Geschichte, blickt die Kelly Bag auch auf ein außergewöhnliches Herstellungsverfahren zurück. Dieses wird immer noch so praktiziert. So werden bei Hermès
jede Tasche von einem einzigen Handwerker hergestellt. Zwischen 18 und 20 Stunden braucht so ein Handwerker, um das Leder zu einer Kelly Bag zu verarbeiten. Am Ende erhält jede Tasche einen Stempel mit Herstellungsjahr, Atelier und dem Namen des Handwerkers.

Da eine Kelly Bag keine Massenware ist, variiert der Preis stark. So ist er zum einem vom Leder abhängig, zum anderen auch von Sonderwünschen. Los geht es aber bei rund 4000 Euro.