Bikini

Heute gehört er wie selbstverständlich zur Bademodengarderobe jeder Frau: der Bikini! Seinen Siegeszug in einer damals sehr (doppel-)moralischen Gesellschaft verdankt das Stückchen Stoff vor allem der Filmindustrie. Ein regelrechter Bikini-Boom entwickelte sich innerhalb weniger Wochen auf der ganzen Welt. Der als unzüchtig geltende Bikini wurde quasi über Nacht chic und modern - und die gesamte Frauenwelt wollte und konnte nicht mehr ohne ihn sein. Es begann eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält! Schliesslich ist er an allen Stränden und Badeseen der Welt anzutreffen.

Römer die wahren Erfinder des Bikinis!?
Das der Bikini älter ist, als man vielleicht glaubt, beweisen antike Wandmalereien und ein antikes Mosaik aus dem 4. Jahrhundert nach Christus im sizilianischen Bergstädtchen Piazza Armerina. Auf diesen tragen junge Frauen lediglich Höschen und Brustbänder, die dem heutigen Bikini ähneln. Ob es sich bei deren Bekleidung um Unterwäsche, Sport- oder Bademode handelt bleibt ungeklärt.


Römische Frauen tragen Bikini
Bikini Mosaik - Villa Romana del Casale - von M. Disdero


Der Bikini erobert den Laufsteg und schlägt ein, wie eine (Atom-)bombe!
Der Bikini macht es uns ja auch nicht wirklich einfach: auf der einen Seite sieht Frau in dem Stückchen Stoff einfach nur gut aus und auf der anderen Seite zeigt er gnadenlos ehrlich alle die Makel, die manche Frau eigentlich lieber kaschieren würde. übersetzt bedeutet Bikini "Land der Kokosnüsse" und seinen Anfang fand die Geschichte des Bikinis im Jahre 1946 - dort diente das Bikini-Atoll auf den Marshall-Inseln den Amerikanern als Atombombentestgebiet! Und jenes Atoll damals gab dem Kleidungsstück seinen Namen! Entworfen wurde der Bikini im selben Jahr von dem Franzosen Louis Réard. Der war wohl von der unbändigen Kraft beeindruckt, die von dieser neuen Waffe ausging - inwieweit er dies auf seinen entworfenen Bikini übertragen wollte, ist dabei nicht überliefert! Auf jeden Fall muss sich Réard der "Durchschlagkraft" seiner Kreation bewusst gewesen sein - schliesslich verglich er diese mit der einer Atombombe! Réard wollte den Bikini über den Laufsteg in Paris schicken - damit die Welt seine neueste Kreation bewundern konnte. Damals fand er für diese Präsentation allerdings kein "seriöses" Modell - die Zeit war eben eine ganz andere. Also blieb ihm nichts anderes übrig als das "tabubrechende Stückchen Stoff" von einer Nackttänzerin -Micheline Bernardini war eine Striptease-Tänzerin im Casino de Paris - vorführen zu lassen. Damit war der Skandal natürlich perfekt! Schliesslich war die Welt entrüstet und begeistert zugleich! Und der Siegeszug des Bikinis begann mit einem handfesten Skandal: ein Badeanzug, quasi aus Nichts!

Vier kleine Stoffdreiecke vs. Mauern aus Moral! Bikini Bild
Ein nur wenig tief ausgeschnittener Einteiler mit kürzerem Bein sorgte schon für heftige Diskussionen und unverständliche Blicke. Wer sonnenhungrig und wagemutig war, für den gab es in den 30er Jahren Zweiteiler aus Baumwolle (oder Leinen): ein sackartiges Leibchen mit schmalen Trägern und kurzen Höschen - immer noch weit vom Bikini entfernt - und trotzdem war die konservative Bevölkerung von so viel Unmoral entrüstet. Ein Grund dafür, dass sich dieser sexy Zweiteiler erst in den 60er Jahren so richtig durchsetzen konnte.

Im 18. Und 19. Jahrhundert badeten die Damen schliesslich noch züchtig in einem regelrechten "Wasser-Kostüm". Zum Badekleid gehörten Badestrümpfchen, Badeschuhe und ein Hut, der als eine Art Badehaube getragen wurde. Darunter steckte der Körper der Trägerin "selbstverständlich" noch in einem Korsett. Ohne Spass! Und genau so gingen die Damen damals baden - meistens aber nur bis zu den Knien ins Wasser. Richtiges Schwimmen war mit solch einer Art Badekostüm nicht wirklich machbar. Verständlich, oder!?

Ganz schön heiß: die Sonne als "Medizinflasche des Universums"! Bikini am Strand
In den 30er Jahren entwickelte sich eine richtige Lust am Sonnenbaden. Alle sonnenhungrigen Damen zeigten ab sofort (etwas) mehr Haut. Auch auf den Werbeplakaten erschienen immer mehr Frauen in Badeanzügen. Natürlich gab es auch hier von Seiten der Moralisten einen großen Aufschrei! Sie konnten jedoch nicht verhindern, dass immer mehr Menschen Freude und Spaß am Sonnen und Baden empfanden - und dies auch in knapperen Shorts und Badeanzügen. Bis dann endlich der Bikini seinen ersten Strandgang erlebte und die Welt in genau zwei Lager spaltete: die einen waren von diesem Stückchen Stoff auf das äusserste entzückt - und die anderen waren mehr als empört und sahen die Moral wieder einmal in Gefahr! Selbst im Jahr 1957 war das Tragen eines Bikinis immer noch äusserst unmoralisch - auch im deutschsprachigen Raum! Damals titelten die Zeitschriften, dass ein Mädchen mit Takt und Anstand niemals einen Bikini tragen dürfte. Wie sehr sich die Zeitungen damals doch getäuscht haben! Einen "unverhofften" Karriereschub bekam der Bikini im TV! Und zwar trugen Brigitte Bardot in dem Film "§
... und ewig lockt das Weib" und Ursula Andress in dem 007-Streifen "James Bond jagt Dr. No" jeweils einen Bikini - als dramaturgisches Accessoire, versteht sich! Nach dem Motto: "Brave Mädchen tragen einen Badeanzug - die weniger braven einen Bikini". Danach erobert der sexy Zweiteiler die Strände und Badeanstalten in aller Welt. A new star was born!

Die 60er Jahre veränderten einiges: so war die Prüderie ab sofort "spießig" und absolut "out" - und die Welt stand Kopf. Politische Turbulenzen - die Kuba-Krise - der Mord an J.F. Kennedy - der Mauerbau in Berlin - gerade die jungen Leute waren für ein völliges Umdenken. Plötzlich zeigten sich Frauenbeine ungeniert im Minirock - die Flower-Power-Kids predigen die freie Liebe und die Premiere der "Pille" brachte dem Sex den nötigen Fun-Faktor. Jetzt war die Zeit mehr als reif für den Bikini. Und die Frauen durften endlich auch mal zeigen was sie "drunter" haben - und nicht nur drauf! Und was gestern noch für Skandale sorgte, war jetzt Mode und damit Trend - ein Zeichen für das neue Selbstbewusstsein der Frauen damals!

Bestandteile des Bikinis


Bikini Bestandteile Hose und Oberteil
Arten von Bikinihosen von Lamilli

Ein Bikini besteht aus einem Unter- und einem Oberteil. Dabei kommen verschiedene Arten von Unterteilen und Oberteilen zum Einsatz, je nach Vorliebe des Trägers:

Bikini-Oberteil
  • Bügel-BH
  • Triangel-BH
  • Neckholder-BH
  • Push-up-BH
  • Bustier


Bikini-Hose
  • Hipster, Panty, Hot Pants bzw. Bade-Shorts
  • Tanga
  • String
  • Rock
  • Vordermieder-Slip


Weitere Arten des Bikinis


Weitere Arten des Bikinis sind unter anderem: